KRISENFORUM - Die Midlife-Crisis Ihres Partners
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Die Midlife-Crisis Ihres Partners –

Wenn plötzlich die Welt zusammenbricht

Für viele Betroffene ist es ein Gefühl, als ob ihnen mit einem Mal der Boden unter den Füßen weggezogen worden wäre. Der ca. 40- bis 55-jährige Mann, den sie lieben, – bislang ein überaus netter, verlässlicher und verantwortungsvoller Partner, mit dem sie eine durchaus glückliche Beziehung (mit ganz normalen Höhen und Tiefen) zu führen schienen – verändert sich plötzlich fast bis zur Unkenntlichkeit. Er wird womöglich distanzierter, zieht sich in sich selbst zurück, wirkt depressiv, unruhig oder unzufrieden. Sagt, er braucht mehr Raum für sein eigenes Leben. Grübelt über verpasste Chancen, unausgelebte Träume, nicht realisierte Pläne. Er wird sich bewusst, dass mindestens die Hälfte seines Lebens schon hinter ihm liegt und fragt sich, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Zeit, um endlich das zu tun, was er bisher versäumt hat. Zeit, sich endlich richtig lebendig zu fühlen. Zeit, um der Ahnung, dass er eines Tages sterben wird, etwas entgegenzusetzen.

Die Reaktionen auf die explosive Mischung aus Unzufriedenheit über den bisherigen Lebensweg, depressiven Gedanken über die eigene Sterblichkeit und dem plötzlichen Verlangen nach intensiv gelebtem Leben sind unterschiedlich. Der Kauf eines Sportwagens oder anderer Statussymbole klingt wie ein Klischee, ist aber durchaus für manche Männer in der Lebensmitte eine Option. Bei anderen ist eher ein unvermittelter Ausstieg aus dem wenig befriedigenden Job – und damit häufig ein gravierender Verlust von materieller Sicherheit für die ganze Familie – ein Thema. Kaum eine Verhaltensweise eines Mannes in der Midlife-Crisis trifft die Partnerin allerdings im Allgemeinen derart vernichtend wie die mit am häufigsten gewählte Zuflucht aus der verwirrenden Welt seiner unausgeglichenen Stimmungslage: sexuelle Abenteuer oder gar eine ernsthafte Affäre.

Oft hat die Krise durch mehr oder minder deutliche Zeichen schon länger ihre Schatten vorausgeworfen, die die Partnerin – verständlicherweise – nicht wahrhaben wollte. Oft wird die betroffene Partnerin jedoch auch durch ein völlig unerwartetes Geständnis, eine zufällige Entdeckung oder den überraschenden Auszug ihres Mannes aus dem gemeinsamen Zuhause aus ihrer heilen Welt gerissen und erleidet den Schock ihres Lebens. Die bisher für so selbstverständlich gehaltene Sicherheit bricht mit einem Schlag zusammen. Zum erstenmal taucht am Horizont der beängstigende Gedanke auf, dass ein unbeschwerter Lebensabschnitt, an dem man für den Rest des Lebens festhalten zu können geglaubt hatte, womöglich für immer unwiderruflich vorbei ist. Die Beziehung wird nie wieder das sein, was sie einmal war.

An dieser Stelle beginnt für die betroffenen Partnerinnen in der Regel eine albtraumhafte Reise durch Emotionen und Erfahrungen, auf die sie gerne verzichtet hätten, wenn sie die Wahl gehabt hätten. Die anfängliche Fassungslosigkeit weicht bald einer traurigen Gewissheit. Verleugnen hilft nicht mehr. Der Einfluss auf das Verhalten des Partners in der Midlife-Crisis ist gleich Null, egal was die betroffene Partnerin tut oder nicht tut. Er ist in einer Phase, in der er nur sich selbst im Blick hat und in der das Leid der Menschen um ihn herum kaum zu ihm durchdringt. Er ist sich selbst nicht darüber im Klaren, was mit ihm geschieht, und fügt abgrundtiefe Verletzungen zu, ohne dass dies bewusst in seiner Absicht liegt. Auch für ihn ist es eine schwierige Zeit. Es ist seine Krise und nur er kann sie lösen. So sehr die Partnerin es sich auch wünschen mag, sie kann ihn aus der Krise nicht herausholen. Sie kann nichts tun, damit die Dinge wieder so werden, wie sie einmal waren.

Die Erkenntnis der eigenen Machtlosigkeit für den Fortgang der Beziehung und das plötzlich tief empfundene Gefühl eines immensen Verlustes führen bei der betroffenen Partnerin in der Regel zu seelischem Schmerz in vorher nicht gekanntem Ausmaß. Vielfach bestimmen tiefe Verzweiflung und Weinkrämpfe den Tag. Wut, Hoffnungslosigkeit, Trauer und Melancholie wechseln sich ab mit dem vagen Wunsch, dass doch noch wie durch ein Wunder alles wieder gut werden möge.

Welchen Weg die betroffene Partnerin eines Mannes in der Midlife-Crisis letztendlich für sich wählt – ob sie trotz allen Schmerzes den Versuch unternimmt, die Beziehung dennoch zu retten, oder ob sie bis zur letzten Konsequenz loslässt und ihren weiteren Lebensweg ohne den betreffenden Mann geht –, ist individuell verschieden. Manchen Beziehungen gelingt es, sich durch die Stürme der Midlife-Crisis hindurch in ruhigere Gewässer zu retten. Etliche Beziehungen zerbrechen auch daran.

Der erste Schritt heraus aus den überwältigenden Gefühlen von Lähmung, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Trauer ist dann erreicht, wenn die betroffene Partnerin erkennt, dass sie keinen Einfluss auf die Entscheidungen und Handlungsweisen ihres Partners in der Midlife-Crisis hat, dass sie jedoch sehr wohl Einfluss auf ihr eigenes Leben hat. Sie steht nun vor der Herausforderung, die Verantwortung für ihr eigenes Glück und für ein erfülltes Leben komplett selbst zu übernehmen und nicht länger auf den Partner als Quelle von Glück und Erfüllung zu bauen. Mit jedem selbst entwickelten Zukunftsplan, mit jedem eigenen Projekt, jeder Unternehmung, die unabhängig vom Partner ist, erschließt sie sich ein dringend notwendiges Stück emotionaler Unabhängigkeit, das ihr für das eigene Leben neue Perspektiven bietet. Eine der wichtigsten und wertvollsten Erkenntnisse, die betroffene Frauen aus dem schmerzhaften Entwicklungsprozess mitnehmen, den ihr Partner unwillkürlich durch seine Midlife-Crisis angestoßen hat, lautet daher: „Ich bin nicht emotional abhängig von dem Mann, den ich geliebt habe (und möglicherweise immer noch liebe). Die Verantwortung für mein Glück liegt ganz und gar in meinen eigenen Händen.“

Ziel dieser Website ist es

● betroffene Partnerinnen von Männern in der Midlife-Crisis (MLC) durch die Krise hindurch zu begleiten

● betroffenen Partnerinnen von MLC-Männern ein Forum zur Verfügung zu stellen, wo sie sich mit Frauen austauschen können, die ähnliches durchmachen oder durchgemacht haben

● die Gewissheit zu vermitteln, mit dem eigenen Schmerz nicht allein zu sein

● in Zeiten größter Verletzlichkeit eine virtuelle Schulter zum Anlehnen zu bieten durch eine Community von Frauen, die sich gegenseitig liebevoll stützen vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen

● Raum für neue Perspektiven in einer scheinbar perspektivenlosen Lebensphase zu bieten  – vor allem durch das ermutigende Beispiel anderer Frauen, die ihren Weg durch den dunklen Tunnel bereits durchgestanden haben und jenseits der Krise in eine neue, hoffnungsvolle Zukunft emporgetaucht sind

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